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Organisationen und der Schmetterlingseffekt
Fragen Sie sich, was Schmetterlinge mit Organisationen zu tun haben?
Oder haben Sie vielleicht schon vom Schmetterlingseffekt gehört, der auf die Eigenheiten komplexer Systeme verweist?
Der amerikanische Meteorologe Edward Lorenz zweifelte 1979 prinzipiell die Vorhersage in der Meteorologie an und konfrontierte seine Kollegen mit der Frage: "Does the flap of a butterfly's wing in Brazil set off a tornado in Texas?" [Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Wirbelsturm in Texas auslösen?] Obwohl uns diese Vorstellung schwer fällt, muss sie dennoch mit Ja beantwortet werden.
Der Schmetterlingseffekt
Irgendwo über den Philippinen löst ein Schmetterling einen winzigen Luftwirbel aus, der mit einem anderen kleinen Luftwirbel zusammenkommt. Diese gegenseitige Beeinflussung kann zu einer neuen Luftströmung führen, die z.B. die Richtung wechselt, sich über dem Meer abkühlt oder über einem Feld aufheizt, dadurch neue Energie aufnimmt. Diese Dynamik geschieht autokatalytisch, so dass sich der Wirbel immer mehr verstärkt und zu einem ausgewachsenen Hurrikan heranwächst.
Obwohl die einzelnen Elemente in ihrem Verhalten durch Gesetzmäßigkeiten definiert sind, führt die unüberschaubare Anzahl an Möglichkeiten in diesem globalen System dazu, dass sich die Luftwirbelentwicklung Stück für Stück hochschaukelt. Auch nur kleinste Änderungen der Anfangsbedingungen bewirken ein exponentielles Anwachsen von Störungen, bis zuletzt an einem ganz anderen Ort der Welt einen mehr oder weniger katastrophalen Schaden durch den Hurrikan entsteht.
Der Grund für dieses Phänomen liegt also darin, dass der Schmetterling sich in einem äußerst komplexen System befindet, in dem unendlich viele Umfeldfaktoren Einfluss auf die weiteren (Nach-)Wirkungen ausüben. Und genau das ist auch das Kennzeichen von Organisationen und Unternehmen, die aufgrund ihrer Komplexität nicht geradlinig steuerbar sind und oft ein unvorhersagbares Verhalten zeigen. So kommt es bspw. trotz genauester Planung und hohem Engagement aller Beteiligten zu einem Misserfolg in einem Projekt, der sich wiederum auf zukünftige Projekte ungünstig auswirkt.
Um auf die veränderten Umweltbedingungen wie Globalisierung, Dynamisierung der Märkte, Entwicklungen der Informationstechnologien etc. angemessen zu reagieren, verändern Organisationen ihre Strukturen, Arbeitsabläufe, Regeln und auch Wertsysteme. Sie erhöhen so ihren Handlungsspielraum und gleichzeitig ihre interne Komplexität. Damit aber können sie nicht mehr mit der Denkweise des traditionellen cartesianischen Weltbildes gesteuert werden, weil die Anzahl und Verknüpfungen der Einflussfaktoren ins Unüberschaubare steigen.
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