Warum Wissensmanagement


Aufgrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen ist das wirtschaftliche Handeln komplexer geworden - wodurch Information und Wissen heute zu den neuen Produktionsfaktoren aufgestiegen sind. Damit hängt die Überlebens- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen entscheidend von der Verfügbarkeit relevanten Wissens ab. Doch was gerade als das relevante oder "richtige" Wissen für das jeweilige Unternehmen anzusehen ist und wie erreicht werden kann, dass das relevante Wissen situationsspezifisch zur Verfügung steht, kann ohne ein systematisches Wissensmanagement kaum beantwortet werden.

Im Gegensatz zum Informationsmanagement muss Wissensmanagement klar begriffen werden als eine Optimierung der organisatorischen Fähigkeiten auf allen Ebenen der Organisation durch einen verbesserten Umgang mit der Ressource Wissen. Wer sich allerdings beim Umgang mit Wissen auf ein traditionelles Managementverständnis von Planung, Durchführung und Kontrolle beschränkt, wird mit seinen Bemühungen wenig Früchte ernten. Wissensmanagement ist vielmehr als ein sozialer und langfristig angelegter Veränderungsprozess zu verstehen, der sich auf das ganze Unternehmen auswirkt - und auswirken muss -, wobei vielfältige Aufgabenbereiche/ Handlungsfelder ineinander greifen. Es geht um die

  • Herstellung von Transparenz über die Wissensbestände und Wissenslücken,
  • mit dem Ziel, entdeckte Lücken durch gezielte Wissensentwicklung aufzufüllen
  • und eine angemessene Wissens-Verteilung zu organisieren,
  • Wissensverlusten vorzubeugen
  • sowie die Nutzbarkeit des Wissens für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern.

Diese Aspekte sind notwendigerweise verbunden mit den Stichworten Motivation und Identifikation, Glaubwürdigkeit und Macht, Unternehmenskultur und Anreizsystem, Bewusstsein und Sinn etc. Mit anderen Worten: Wissensmanagement ist als schrittweiser Prozess zu denken und aufzubauen, der an konkreten Problemfeldern anzusetzen ist und sich mehr und mehr als Arbeitseinstellung oder Denkhaltung im gesamten Unternehmen verbreitet.

Da auf den Umgang mit Wissen nur mittelbar Einfluss genommen werden kann, müssen Rahmenbedingungen gefunden werden, die ein wissensorientiertes Umdenken und entsprechendes Handeln fördern statt behindern.

Für eine erfolgreiche Gestaltung von Wissensmanagement sind also vielfältige Maßnahmen zu realisieren, die sich zuallererst auf die Unternehmenskultur beziehen. An zweiter Stelle steht die Integration der Wissensprozesse in die Geschäftsprozesse und an dritter Stelle die Informationstechnologien. Zwar ist die Bereitstellung der technologischen und organisatorischen Infrastruktur die Voraussetzung für eine nutzbare, organistionale Wissensbasis. Doch kann Wissensmanagement eben nicht allein auf die IT-gestützte Vermehrung und Verteilung von Informationen, Explizierung von Expertenwissen oder auf eine verbesserte Datenablage reduziert werden.



Beratung im Wissensmanagement

Wollen Unternehmen Wissensmanagement einführen, ist eine begleitende externe Beratung empfehlenswert. Maßnahmen und Instrumente im Wissensmanagement können nur erfolgreich sein, wenn sie

  • anschlussfähig sind,
  • sich auf konkrete Problembereiche beziehen und
  • insbesondere die jeweilige Situation berücksichtigen.

Von entscheidender Bedeutung dabei sind Rahmenbedingungen, die Wissensprozesse fördern und ermöglichen - als Haltung vom Management vorgelebt und als Einstellung bei der Belegschaft verankert.

Eine vorgeschaltete Reflexion und Klärung dieser Bedingungen, die mit Hilfe externer Beratung vorgenommen wird, ist für das Gelingen der weiteren Planung und späteren Umsetzung unabdingbar. Wenn hingegen unkritisch Instrumente und Aktivitäten anderer Unternehmen übernommen werden, kann dies nicht nur unnötige Kosten verursachen, sondern auch Widerstand erzeugen und so Misserfolg für das gesamte Wissensmanagement vorprogrammieren.

Externe Beratung im Wissensmanagement bietet zudem die Möglichkeit, durch fachbezogene Inputs, methodische Unterstützung sowie moderierte Diskussionen eine diagnostische und selbstreflexive Kompetenz aufzubauen, die die internen Lern- und Wissensprozesse erheblich beschleunigen: Schon beim gemeinsamen Erarbeiten der verbesserungsbedürftigen Handlungsfelder innerhalb einer Wissens-Projektgruppe baut sich intern ein ganzheitlich orientiertes Methoden- und Prozesswissen auf. Auch wenn der Fokus zunächst auf einzelne "Baustellen" gerichtet wird, muss langfristig das ganze System einbezogen werden, weil die optimale Wissensnutzung vom Wissensfluss im Unternehmen insgesamt abhängt.

Auf diese Weise Wissensmanagement zu betreiben, bedeutet, sich mit komplexen Herausforderungen auseinander zu setzen - bedeutet systematische Kulturveränderung im Unternehmen. Das Resultat ist ein strategisches, wissensbezogenes Frühwarnsystem, das die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens entscheidend fördert.